Jubiläum: Der 100ste Beitrag im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“

12. Januar 2016

Auch ein neumodisches Produkt wie der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ feiert altmodisch jedes Jubiläum, das sich als solches anbietet. Jetzt gibt es wieder eines: Seit 2006 existiert dieser Blog und dieses ist jetzt laut WordPress der Eintrag Nummer 100. Grund genug für eine kleine Vorschau und eine etwas längere Rückschau.

DSC04184_600_400

Für einen kleinen Außenseiter-Blog, der sich abgrenzt gegen Mainstream-Juhu im Stil von „Ja, auch ich fordere mehr Vernetzung“ und gegen Mainstream-Bashing im Stil von „Ja, auch ich finde das total indiskutabel“, sind diese 100 Blogeinträge schon etwas, worauf man stolz sein kann. (Vor allem, weil die Beiträge teilweise wirklich leserunfreundlich lang, komplex und nicht unterhaltsam sind).

Hinzu kommen: meine kleine Kolumne als Print sowie online bei der WELT und „Aufnahme“ in die „MeinungsMacher“ auf manager-magazin.de (Rekord: einmal über 70.000 clicks). Zudem gibt es einen eigenen Blog zur Generation Z. Und besonders schön: Franz Langecker bringt die besten Beiträge aus dem Reiseführer als Druck in seiner HR Performance. (Gedruckt sieht es immer noch am schönsten aus).

Jetzt als Ausblick fünf Themen, die im Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ 2016 vorkommen werden:

(1)Ein Thema, das keiner hören will: Die Organisation der Personalabteilung
(2)Ein Thema, das jeder glaubt verstanden zu haben: BIG DATA bei HR
(3)Ein Thema, das drei der fünf personalwirtschaftlichen Zeitschriften konsequent negieren: Generation Z
(4) Ein Thema, das hoffentlich bald eine neue Wendung bekommen wird: Industrie 4.0
(5) Ein Thema, das einen langen Atem gebraucht hat: Humankapital und Human Capital Reporting

Worüber im Reiseführer (ab jetzt) 2016 NICHT geschrieben wird:

(1) Unethisch hohe Managergehälter ohne persönliches Risiko: Hier hat Medienarbeit durch Profis wie Stefan Baron ganze Arbeit geleistet, weshalb es inzwischen schon als unanständig gilt, Vorständen weniger als 20.000 Euro pro Arbeitstag zu bezahlen.
(2) Die Entwicklung des Faches „Personalmanagement“ (oder wie immer man es nennen möchte) an einigen deutschen Hochschulen. Dazu gäbe es viel zu schreiben, aber das sollen andere machen.
(3) Die Deregulierung in der Arbeitswelt: Leider ist das Paradigma „Markt“ – wohlbekannt auch aus dem Darwiportunismus – inzwischen mega-out. Selbst die FDP ignoriert dieses Wort und sucht sich Anti-Markt-Protagonisten.
(4) Die Organisation deutscher Universitäten: Der Drops ist gelutscht, mit grotesken Auswüchsen wie Findungskommissionen, die bei der Wahl zum Uni-Präsidenten nur den Amtsinhaber als einzigen Kandidaten zulassen oder vielleicht einfach das Feld so sortieren, dass es nur einen designierten Gewinner und ansonsten designierte Verlierer gibt.
(5) „Demokratie auf Augenhöhe“: So etwas von oben herab zu verordnen, überlasse ich lieber anderen Personen.

Das war’s für heute … und streng nach Douglas Adams: „Danke für den Fisch“.

 

DSC01494-Cut

 

 

 

 

 

P.S. Jetzt als Belohnung für die Unermüdlichen einige Besten-Listen (weil das ja zur Zeit so mega-in ist).

Es gab zukunftsweisende Texte, deren Relevanz erst später klar wurde:
(1) Zu neuen Analysemethoden im Internet (2007 Nach GoogleEarth jetzt GooglePsycho?)
(2) Personalarbeit auf dem Smartphone (2008 HRiPhone)
(3) Zur medial überhöhten Moral ( 2013 Unser ethischer Kompass? Martin Winterkorn?)
(4) Über den Weggang eines zu kultigen Trainers (2014 Jürgen Klopp: Raus aus Deutschland?)
(5) Zur medial unterdrückten Konsequenz (2015 Martin Winterkorn: Mindestens 75 Millionen Schadenersatz?).

Und investigative Beiträge, die zu unerwarteten Ergebnissen führten:
Hier wurden …
(1) selbstentlarvende Aussagen in Stellenanzeigen aufgedeckt (Informatio Diametralis),
(2) Tricks bei der Kündigung in Anlehnung an das Schlachten von Schweinen beschrieben (Der Weiße Raum),
(3) Defizite im Personalmarketing systematisiert (Verbrennung durch Employer Branding),
(4) Abbaustrategien deutscher Unternehmen lokalisiert (Der schwarze Mitarbeiterabbauplanet),
(5) die Rolle des Bundesministeriums für Arbeit etc. untersucht (Ursula von der Leyen und ihre Leiharbeiter bei Amazon),
(6) über Personalvorstand und Betriebsrat bei Daimler gesprochen (Personalchef und Betriebsrat auf Firmenkosten im Stadion?),
(7) zum Sinn und Unsinn von Ansiedlungspolitik abgewogen (Oasenbetreiber) und
(8) der wahre Treiber personalwirtschaftlicher Medien erkannt (Wir machen Personaler glücklich).

Die Top-10 der kontroversen Beiträge, über die gestritten wurde, waren:
(1) Die Effekte der Frauenquote (Deutsche Telekom: Warum bei der verordneten Frauenquote wirklich niemand jubeln sollte)
(2) Die Rolle spezieller Formen der Berichterstattung in der ARD (Ritas Welt: „Papa, trau Dich – lieber nicht!)
(3) Der Inhalt der Vorträge bei der Zukunft Personal (Friedhof der ungestellten Fragen)
(4) Abschied von der informationellen Selbstbestimmung (Big Data: Große gläserne Mitarbeiter)
(5) Eine ernste Warnung (Standardlebenslauf als Paradoxie)
(6) Und eine zweite Warnung (Vorsicht Jobbörse)
(7) Die dritte Warnung (Praktikanten auf der Karriererutschbahn)
(8) Gegen die schutzhand-haltenden Personalmedien (Berater-Bashing als Fata Morgana)
(9) Die Berechnung von Humankapital (42 oder?)
(10) Kritik an zu männerfeindlichen Wettbewerben (HR Next Generation: Planet der Frauen?)

Sieben Beiträge, die schlicht ignoriert wurden:
(1) Warum der Mindestlohn nicht in die Politik gehört.
(2) Warum die Personalabteilung zur Geheimdienstzentrale wird.
(3) Warum flutartige Absagebriefe fatal sind.
(4) Warum der Bachelor absolut nichts bringt.
(5) Warum die absolute Relativität der ECTS-Note Unsinn ist.
(6) Warum der Bildungsstreik 2009 kein Wintermärchen bleiben darf.
(7) Warum Korrelationen etwas anderes als Kausalitäten sind und warum man durch den Verzehr von Pistazieneis keinen Sonnenschein produziert.

Dann gab es noch zehn praktische Lebenshilfen für die Arbeitswelt:
(1) Die große Chance: Der ballacksche Knöchel
(2) „Lothajupp: Eine Situation, in der eine wechselbereite Führungskraft durch eigenes Versagen ihrem aktuellen Arbeitgeber schaden, aber im Umkehrschluss dem zukünftigen Arbeitgeber extrem nutzen kann.
(3) Generation G: Computerspieler ohne Sicherheitsrisiko
(4) Die Deutsche Bahn: Kundenfreundlichkeit durch rosa Brillen?
(5) EURO 2008: Vinkenliste als Karrierefalle
(6) Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche: Das Handtuch
(7) Wie schreibt man eine Bewerbung: Lernen von Kasper Rorsted
(8) Interkulturelle Karrierelogik: iGlocalize
(9) Kein Employer Branding durch Nachwuchskräfte: Was Nike nie machen würde
(10) Optimierung von Bewerbungen: Buzzwords in Profilen schaden nicht

Und die besonderen Highlights:
Einiges über Trainer wie Jürgen Klopp, Jürgen Klinsmann, Ralf Rangnick, Joachim Löw („JLö-Prinzip“), Hans Meyer, Heiner Brand, Karlheinz Feldkamp und ein groß-gewichtiges Interview mit Charles Darwin, geschrieben in der nordaustralischen Stadt Darwin.

Print Friendly

No Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *